Aktinische Keratose

5-ALA wird in der lokalen PDT von aktinischen Keratosen eingesetzt. Die Aktinische Keratose wurde früher als „Sonnenschwiele“ verharmlost und als Präkanzerose bezeichnet. Heute weiß man, dass AK als frühe In-situ-Plattenepithelkarzinome (Squamous Cell Carcinoma, SCC) anzusehen sind. Obwohl viele derzeitige Therapieoptionen effektiv sind, ist deren kosmetisches Ansprechen oftmals weniger optimal. Demgegenüber ist die photodynamische Therapie nicht nur wirksam, sondern erzielt darüber hinaus exzellente kosmetische Ergebnisse.

Aktinische Keratosen (AK) sind kleine raue Stellen, die sich auf der Haut entwickeln. Das klinische Erscheinungsbild der AK reicht von kaum wahrnehmbaren rauen, schuppenden Stellen auf der Haut bis zu erhöhten Hyperkeratosen mit mehreren Zentimetern Durchmesser. Meistens erscheinen AK-Läsionen als multiple abgegrenzte, flache oder erhabene keratotische Läsionen, aber in der Regel vergrößern sie sich allmählich zu breiteren, erhabenen Läsionen.1,4

Aktinische Keratosen werden durch häufige und/oder intensive UV-Bestrahlung über viele Jahre hinweg verursacht und treten zumeist an Hautstellen auf, die der Sonne ausgesetzt sind. Aktinische Keratosen entwickeln sich daher in Bereichen mit langfristiger Sonnenexposition wie Gesicht, Ohren, unbehaarte Kopfhaut, Unterarme und Handrücken. Die Häufigkeit der AK korreliert mit der kumulativen UV-Exposition und steigt daher mit jedem Lebensjahrzehnt.1,4 Epidemiologische Studien zeigen, dass die folgenden Faktoren das individuelle Risiko für die Entwicklung der AK erhöhen:1,4

• Kaukasier (blaue Augen und helle Haut; Hauttyp I oder II nach Fitzpatrick,
  die in der Sonne verbrennt und nicht braun wird)
• Nähe zum Äquator
• Im Freien ausgeübter Beruf
• Geschlecht: männlich
• Fortgeschrittenes Alter (wegen kumulativer Exposition)
• Immunsuppression (z. B. nach einer Organtransplantation)

Aktinische Keratosen sind eine sehr häufige Hauterkrankung; Millionen Menschen weltweit sind betroffen. Berichten zufolge haben die Raten in den letzten Jahrzehnten zugenommen.1,4
In Großbritannien haben 15% der Männer und 6% der Frauen AK, wobei die Inzidenz mit dem Alter zunimmt. Bis zu 34% bei Männern und 18% bei Frauen über 70 Jahren zeigen aktinische Keratosen.2 Die Häufigkeit in den USA liegt zwischen 11% und 26%, aber die größten Häufigkeitsraten finden sich in Ländern, die nahe dem Äquator liegen und eine große hellhäutige Bevölkerung haben. So liegen die Raten in Australien (Queensland) bei über 55% bei Männern und 37% bei Frauen im Alter von 30 bis 70 Jahren.3

Eine AK-Läsion beginnt in der Epidermis nach Schäden durch häufige oder intensive UV-Bestrahlung. Dieser Schaden führt zu Veränderungen in der Hauttextur und -farbe, wodurch die charakteristische Fleckigkeit sowie erhöhte Stellen oder Läsionen entstehen.1

Es ist wichtig, dass Aktinischen Keratosen (AK) behandelt werden, da die Entwicklung einer AK-Läsion nicht vorhersehbar ist. Unbehandelt kann sich eine AK-Läsion auf 3 verschiedene Arten weiter verändern:5  

• sie kann sich spontan zurückbilden;
• sie kann viele Jahre lang unverändert bleiben;
• oder sie kann sich zu einem invasiven Plattenepithelkarzinom (Squamous Cell Carcinoma, SCC) entwickeln.

0,1% bis 10% aller AK, so die aktuellen Schätzungen, werden sich zu einem invasiven SCC weiterentwickeln. Man nimmt an, dass diese Transformation ca. 2 Jahre benötigt.5 Die meisten invasiven SCC zeigen dabei Hinweise auf vorbestehende AK-Läsionen.6 Ein invasives SCC kann eine signifikante Morbidität bewirken, durch direkte Extension in die Gesichtsstruktur. In weniger als 10% der Fälle metastasiert ein invasives SCC mit einer niedrigen Überlebensrate von 5 Jahren.7

Die Behandlungsoptionen für aktinische Keratose umfassen destruktive Therapien, topische Medikamente und Feldablationsbehandlungen. Im Allgemeinen sind auf Läsionen gerichtete Behandlungen der primäre Ansatz für isolierte Läsionen. Feldgesteuerte Therapien sind besonders nützlich für die Behandlung von Bereichen mit mehreren AKs.

Referenz:

  1. International League of Dermatological Societies; European Dermatology Forum. Evidence- and consensus-based (S3) Guidelines for the Treatment of Actinic Keratosis – International League of Dermatological Societies
    in cooperation with the European Dermatology Forum – Short version. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2015 Nov;29(11):2069-79
  2. Memon AA et al. Prevalence of solar damage and actinic keratosis in a Merseyside population. Br J Dermatol 2000; 142: 1154-1159.
  3. Frost C, Williams G, Green A. High incidence and regression rates of solar keratoses in a Queensland community. J Invest Dermatol 2000; 115: 273-277.
  4. Leitlinie zur Behandlung der aktinischen Keratosen C44.X. Deutsche Dermatologische Gesellschaft 2011.
  5. Glogau RG. The risk of progression to invasive disease. J Am Acad Dermatol 2000; 42(1 Pt 2): 23-24.
  6. Salasche SJ. Epidemiology of actinic keratoses and squamous cell carcinoma. J Am Acad Dermatol 2000; 42(1 Pt 2): 4-7.
  7. Rowe DE et al. Prognostic factors for local recurrence, metastasis, and survival rates in squamous cell carcinoma of the skin, ear, and lip. Implications for treatment modality selection. J Am Acad Dermatol 1992; 26(6): 976-990.
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